Multifunktionale Landschaften

ÖKOLOGISCH OPTIMIERTE KLIMAWANDELANPASSUNG

Als gemeinsames Pilotprojekt der Leader-Regionen Römerland Carnuntum, Lebens.Wert.Pongau und Oststeirisches Kernland wurde ein innovativer Ansatz für Fragen zu regionalen Landschaftsleistungen und Umweltressourcen geliefert. Mit dem Umweltbundesamt wurde ein regionales Aktionsprogramm für die nachhaltige Nutzung von Landschaft und Umweltressourcen entwickelt, um beispielsweise Nutzungskonflikte zu vermeiden.

OststeiermarkHintergründe: Wie man die Ressourcen schont
Einer der unangenehmsten Krimis unseres Zeitalters könnte sich darum drehen, wie der Klimawandel zu einer Ressourcenknappheit führt, die fossile Energie knapper wird und der Wettlauf ums Wasser beginnt. Ganz so schlimm ist es zwar noch nicht, trotzdem ist Vorbauen besser als Nachsehen. Deshalb haben sich drei unterschiedliche Leader-Regionen des Themas angenommen. Es handelt sich um die Regionen Pongau in den Alpen, Römerland Carnuntum in der Tiefebene des Donautales und Oststeirisches Kernland in der Riedel- und Hügellandschaft.

Absichten: Öko heißt haushalten
Der Mensch lebt nicht von Luft und Liebe. Er nützt das Wasser, den Boden und die ganze Landschaft mit all ihrer Unterschiedlichkeit. Dabei bemerkt er immer öfter: Der Bedarf an Umweltressourcen wächst und man braucht Synergien, die zu einem größeren Wirkungsgrad führen. Das ist auch in der Oststeiermark das Ziel, weil Ökonomie und Ökologie keine Widersprüche sein dürfen, da beide aus dem griechischen Wort „oikos“ entstanden sind, das Haushalt bedeutet. Es gibt keine ökonomischere Ökonomie als eine ökologische.

Landwirtschaft Oststeiermark

Was daraus wurde: Oststeirische Vielfalt
In der Oststeiermark waren es vier Kleinregionen, in denen gewerkt wurde: Im Kulm­land wurden Energieverbrauch und Emissionen unter die Lupe genommen und eine Energiebilanz erstellt, die das Potenzial regional vorhandener, erneuerbarer Energiequellen wie zum Beispiel die Nutzung der Sonnenenergie für Photovoltaik zeigte. In der Kleinregion Anger ging es um ein weniger sonniges Thema: um ein neues Klärschlammkonzept rund um die Nutzung des Phosphors. Im Pöllauer Tal war die Planung eines multifunktionalen Radweg-Netzes Thema und das Patentverfahren eines Herkunftsschutz HirschbirneEU-Herkunftsschutzes für die Pöllauer Hirschbirne (g.U.: geschützte Ursprungsbezeichnung). In der Ökoregion Kaindorf wiederum ging es um die Humusanalyse von Böden mit besonders hohem Humusgehalt: was kann in den Boden eingebracht werden, um die berühmte Humusschicht schneller wachsen zu lassen – jene Bodenschicht, die für die Bindung von Kohlenstoff aus der Luft verantwortlich ist und dafür, dass wir wieder besser atmen können? Diesen Prozess kann man mit Pflanzenkohle oder Biokohle beschleunigen, die als Zusatzstoffe den Humusaufbau landwirtschaftlicher Böden fördern. Die Biokohle wird in einer Maschinerie namens Pyreg-Anlage hergestellt. Im Zuge des Projekts wurden außerdem potenziell geeignete Einsatzstoffe wie Papierfasern, Spelzen, Holzstaub untersucht und unabhängige Prüfstellen befragt, ob für die, durch Humusaufbau erwirkten Kohlenstoff-Reduktionen, Treibhausgas-Zertifikate vergeben werden können. Für das gesamte oststeirische Kernland wurde zuletzt ein Projektbewertungstool für Landschaftsleistungen erfunden, das neun unterschiedliche Landschaftsparameter von Produktion bis Erholung einschließt.

Nachhaltig Handeln

FAKTENCHECK:

Projekttitel: Ökologisch optimierte, multifunktionale Nutzung von Landschaft und Umweltressourcen (MUFLAN)
Strategiebereich: Konsumverhalten und Energieressourcen
Projektträger: LAG Oststeirisches Kernland
Projektmanagement: Wolfgang Berger, Sandra Berghofer
Projektpartner regional: 4 / Verein Kulmland, Abwasserverband Anger, Verein Naturpark Pöllauer Tal, Verein Ökoregion Kaindorf;
Projektpartner national: 2 / LAG Römerland Carnuntum, LAG Lebens.Wert.Pongau

Gesamtkosten: 205.875 Euro für: Studien, Analysen, Bilanzen, Kartenmaterial, Antrag EU-Herkunftsschutz (g.U.), Werbung, Kooperationstreffen.
Förderung: 114.113 Euro (70 Prozent)
Eigenmittel: 61.762 Euro von LAG und projektbeteiligten Partnern
Maßnahme: M421; Kofinanzierung: EU, Bund, Land

Projektlaufzeit: 04/2011-12/2013

www.umweltbundesamt.at/muflan